Nachhaltige Unternehmensführung

Arbeitskreis in der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V.

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Startseite Klartext Viele CSR-Aktivitäten der Wirtschaft sind in Wirklichkeit Kommunkationsblasen ohne Auswirkungen

Viele CSR-Aktivitäten der Wirtschaft sind in Wirklichkeit Kommunkationsblasen ohne Auswirkungen

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Jürgen Resch

Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe e.V.

 

 

"Eine nachhaltige Unternehmensführung ist nur dann wirklich möglich, wenn Nachhaltigkeit im gesamten Unternehmen durch sämtliche Abteilungen und Hierarchien verankert ist. In einer Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation wie der Deutschen Umwelthilfe ist nachhaltiges Wirtschaften und Arbeiten eine Selbstverständlichkeit. Wir füllen Umweltschutz mit Leben und das beginnt beim ökologisch und fair gehandeltem Kaffee. Das reicht natürlich für Unternehmen insbesondere in der Industrie nicht aus. Umwelt- und Naturschützer haben die Unternehmen jahrzehntelang gemahnt, ihre Verantwortung für Mensch, Umwelt und Natur anzunehmen und nachhaltig zu wirtschaften. Denn eine nachhaltige Wirtschaft kommt eben tatsächlich allen zu Gute – den Menschen, der Umwelt und den Unternehmen und nur so können wir langfristig den Wohlstand erhalten. Dass die Grundsätze von Corporate Social Responsibility (CSR) und Nachhaltigkeit jedoch in all diesen Jahren nicht bis ins Bewusstsein der Unternehmenslenker vorgedrungen sind, erleben die Menschen rund um den Globus in der zur Zeit schwersten Wirtschaftskrise seit 80 Jahren.

Bei genauer Betrachtung erweisen sich viele CSR-Aktivitäten der deutschen Wirtschaft in Wirklichkeit als Kommunkationsblasen ohne Auswirkungen auf die Unternehmensstrategie. Wenn Nachhaltigkeit zur Strategie der Konzerne gehören würde, dann hätten auch die bekannten Skandale der vergangenen Jahre nicht stattfinden dürfen. Bei der Siemens AG wird Vorstandschef Peter Löscher noch einige Jahre mit dem nicht-nachhaltigen Korruptionsgebahren seiner Vorgänger zu kämpfen haben. Auch die Lustreisen der Volkswagen-Betriebsräte fallen nicht unter Corporate Social Responsibility. Als Umweltschützer könnte ich über die Bestechung von Betriebsräten hinwegsehen, wenn nicht damit der Einstieg in die spritfressenden Luxusmarken erkauft worden wäre. Und der wird nicht umweltfreundlicher, nicht nachhaltiger und nicht CSR-tauglicher, wenn man sich die Unternehmenspolitik und die Wirtschaftsweise deutscher Konzerne anschaut. Im Gegenteil: Auf den mutwillig herbeigeführten Zusammenbruch des Finanzsystems folgt eine beispiellose Plünderung der Staatskassen und eine Belastung dieser und kommender Generationen an Steuerzahlern – und zwar ausgerechnet zugunsten der Verursacher, die sich pikanterweise allesamt buntschillernden CSR-Grundsätzen verschrieben haben."

 
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