Nachhaltige Unternehmensführung

Arbeitskreis in der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V.

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Startseite Klartext Künftige Führungskräfte für Nachhaltigkeit sensibilisieren.

Künftige Führungskräfte für Nachhaltigkeit sensibilisieren.

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Prof. Stefan Hilbert
Professor an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mannheim


"Die Ernsthaftigkeit, mit der Nachhaltigkeit betrieben wird, ist entscheidend von der ethischen Grundhaltung des jeweiligen Entscheidungsträgers beeinflusst. Das Herausbilden von ethischen Ein­stellungen ist dabei aber als Prozess zu verstehen, der bei  offenem Geist das ganze Leben lang an­hält. Unser Auftrag und Anspruch sollte es in der Lehre sein, künftige Führungskräfte für diesen The­menbereich zu sensibilisieren. Nicht das reine Vermitteln von Methoden und Instrumenten darf im Zentrum der Ausbildung stehen, vielmehr ist die kritische Reflexion unter dem Aspekt der Nachhal­tigkeit zu fordern und zu fördern. Hierzu zählt auch der Themenkomplex Leistung und Vergütung. Wenn wir es schaffen, jungen Menschen im Rahmen ihrer Ausbildung ein Verständnis von nachhalti­ger Gewinnerzielung – für das Unternehmen und für die persönliche Einkommenserzielung – zu ver­mitteln, haben wir schon ein gutes Stück des Weges geschafft.

Reden wir Klartext!

In der Diskussion sind seit einiger Zeit verstärkt die Bonuszahlungen an Manager/innen.  Bonuszah­lungen leisten unter Anreizaspekten einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung von Volkswirtschaf­ten. Entscheidend muss aber sein, dass Boni mit der Nachhaltigkeit verknüpft werden. Die kurzfris­tige Ausrichtung von Vergütungssystemen hat sich als gefährlich erwiesen. Der Vorschlag von Prof. Dennis J. Snower (Kieler Institut für Weltwirtschaft) ist da sehr zu begrüßen: Bonuszahlungen sollen auf Sperrkonten überwiesen und nicht nur bei Gewinnen gefüllt sondern auch bei Verlusten belastet werden. Erst nach einer Schutzzeit sind dann Auszahlungen an das Management möglich. Langfristige Erfolge geraten dadurch noch konsequenter in das Zielsystem des Managements, Gewinne und Ver­luste würden gleichermaßen berücksichtigt. – Dieser Vorschlag kann sogar erweitert werden: Wer schneller eine Auszahlung möchte, könnte sein persönliches Bonuskonto beleihen. Und wenn Darle­hensgeber und -nehmer von der Nachhaltigkeit des Handelns und damit von der Werthaltigkeit des   Bonuskontos überzeugt sind, wird dieses als Sicherheit akzeptiert werden. Mit der Beleihungsgrenze eines solchen Bonuskontos lässt sich dann auch die Risikoprämie der Nachhaltigkeit bestimmen."

 
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