Nachhaltige Unternehmensführung

Arbeitskreis in der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V.

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Nachhaltigkeit verordnet?

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Prof. Jens U. Sievertsen

Partner bei der Elite-Train - Personal-, Management- und Organisationsentwicklung

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Nachhaltigkeit verordnet? Oder wie kommen Sinn und wahre Werte in den Begriff und können aus der Kraft der Überzeugung gelebt werden?

Werte werden nur als bedeutungsvoll anerkannt, wenn sich der Einzelne entschieden hat, sie als Werte zu erleben. Paul Watzlawick beschreibt dies in der Geschichte des Franzl Wokurka. Dieser stand dreizehnjährig im Stadtpark vor einem großen Blumenbeet mit einem kleinen Schild: „Das Betreten der Beete ist bei Strafe verboten“. Das löste ein Dilemma bei dem Jungen aus, denn er sah sich zwischen zwei Möglichkeiten gefangen, die beide unannehmbar waren: Entweder behauptete er seine Freiheit gegenüber dieser Unterdrückung durch die Obrigkeit und trampelte auf den Beeten herum – riskierte dadurch aber, erwischt und bestraft zu werden; oder er ließ es sein. Auf diese Weise würde er allerdings einem schäbigen kleinen Schild gehorchen – und es packte ihn die Wut über die Feigheit einer solchen Unterwerfung. Franzl stand lange wie erstarrt, hin- und hergerissen, ratlos – bis ihm plötzlich etwas auffiel, was er bislang nicht beachtet hatte: Die Blumen waren wunderschön. Das mag im ersten Augenblick banal klingen. Für den jungen Mann aber war es revolutionär. Denn er wurde sich schlagartig einer Sache bewusst: der Möglichkeit des Andersseins seines bisherigen Weltbildes: „Ich will das Beet so, wie es ist; ich will diese Schönheit; ich bin mein eigenes Gesetz, meine eigene Autorität.“ Damit verlor das Verbotsschild jede Bedeutung für ihn. Diese Erkenntnis erlöste ihn aus der lähmenden Zwickmühle des Entweder-oder, da künftig seine Werte seine Entscheidungen leiteten. Er hatte seinen Maßstab gefunden und sich innere Freiheit erschaffen. Ebenso wie Franzl Wokurka werden Mitarbeiter in Unternehmen nur wenige dieser Hinweisschilder benötigen, wenn Sinn und Werte selbst entdeckt werden dürfen. Dies gelingt in absoluter Transparenz und Offenheit – und erhält Verbindlichkeit durch gelebte Wertschätzung.

Entsprechend ist auch der Slogan von Frau Heide Claire Mayer-Storz (Geschäftsleitung von Elite Train) "die Blumen machen den Garten, nicht der Zaun"!

 
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